Argument #22

Konsequente Veganer dürften ihr Haus nicht verlassen, da sonst Tiere sterben.

Kurzantwort

Einwände auf einen Blick

Gerade vegane Aktivistinnen und Aktivisten haben das Recht, ihr Haus zu verlassen: Sie setzen sich für Tiere ein, für die es keineswegs egal ist, ob Menschen handeln oder schweigen. Die angeblich konsequente Alternative wäre, zu Hause zu bleiben und schließlich zu verhungern, ohne dadurch einem konkreten Kleintier zuverlässig ein längeres Leben zu ermöglichen. Viele wildlebende Kleintiere sterben ohnehin früh durch Fressfeinde, Naturgewalten, Krankheiten oder Nahrungsknappheit. Sich deshalb selbst zur völligen Untätigkeit zu verurteilen, hilft ihnen kaum, verhindert aber den Einsatz gegen die gezielte Zucht, Ausbeutung und Tötung sogenannter Nutztiere.

Argument verstehen

Einordnung des Arguments

Worum es bei diesem Argument geht

Dieses Argument treibt vegane Konsequenz ins Extreme. Befürworter weisen darauf hin, dass auch im Alltag unbeabsichtigt Tiere sterben, etwa durch Verkehr, Wohnen oder Landwirtschaft. Daraus soll folgen, dass Veganismus inkonsequent oder unmöglich sei.

Wo die Grenzen dieses Arguments liegen

Das Argument behauptet nicht unbedingt, dass es keinen Unterschied zwischen absichtlicher Tierausbeutung und unbeabsichtigten Schäden gibt. Es argumentiert vielmehr, dass Veganismus keine klare Grenze ziehen kann, wenn jedes vermeidbare Tierleid berücksichtigt werden soll, und deshalb entweder inkonsequent bleibt oder zu praktisch unmöglichen Forderungen führt.

Typische Formulierungen

  • „Beim Spazieren tötest du auch Insekten.“
  • „Konsequente Veganer dürften ihr Haus nicht verlassen.“
  • „Auch für dein Gemüse sterben Tiere.“
  • „Ganz ohne Schaden geht es nie.“

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