Argument #29

Wir brauchen Tiere für Dünger.

Kurzantwort

Einwände auf einen Blick

Mit sinkenden Tierbeständen gäbe es deshalb zwar weniger tierischen Dünger, aber auch erheblich weniger Futtermittelanbau und damit weniger Düngerbedarf. Die verbleibenden Pflanzen könnten durch Leguminosen, pflanzliche Reststoffe, zurückgewonnene Nährstoffe sowie mineralische und synthetische Dünger versorgt werden.

Argument verstehen

Einordnung des Arguments

Worum es bei diesem Argument geht

Dieses Argument betrachtet Mist und Gülle als unverzichtbare Grundlage der Pflanzenproduktion. Tiere würden Pflanzen und für Menschen ungeeignete Biomasse verwerten und die darin enthaltenen Nährstoffe anschließend als Dünger auf die Felder zurückbringen. Ohne Tierhaltung gäbe es demnach nicht genügend Dünger, um dauerhaft ausreichende Ernten und fruchtbare Böden zu erhalten.

Wo die Grenzen dieses Arguments liegen

Das Argument behauptet nicht unbedingt, dass ausschließlich tierischer Dünger verwendet werden kann oder jede heutige Form der Tierhaltung allein wegen ihrer Ausscheidungen gerechtfertigt ist. Es argumentiert vielmehr, dass der Wegfall großer Tierbestände eine so erhebliche Lücke in der Nährstoffversorgung verursachen würde, dass pflanzliche Landwirtschaft nicht mehr ausreichend produktiv oder nachhaltig betrieben werden könnte.

Typische Formulierungen

  • „Wir brauchen Tiere für Dünger.“
  • „Ohne Mist wächst nichts.“
  • „Vegane Landwirtschaft ist unmöglich.“
  • „Kreisläufe funktionieren nur mit Nutztieren.“

Forum

Diskussionen zu dieser Karte

Alle Threads ansehen →

Tierischer Dünger rechtfertigt keine Tierausbeutung

Selbst wenn Mist und Gülle für einen landwirtschaftlichen Betrieb praktisch, günstig oder sogar notwendig wären, folgt daraus nicht, dass Tiere für menschliche Zwecke genutzt und getötet werden dürfen. Wir könnten dann Tiere halten, ohne sie auszubeuten.

MoralMango 0 Antworten 30.7.2026

Der Nährstoffkreislauf arbeitet immer mit Verlusten

Aus einer bestimmten Menge Dünger entsteht nicht dieselbe Menge Pflanzenmasse, daraus dieselbe Menge Tierprodukt und daraus anschließend wieder dieselbe Menge nutzbarer Dünger. Ein Teil der Nährstoffe verbleibt im Boden, wird in tierischen Körpern oder Lebensmitteln gebunden oder geht durch Auswaschung, Erosion und gasförmige Emissionen verloren. Auch Mist und Gülle werden von den nächsten Pflanzen nicht vollständig aufgenommen. Tierhaltung schließt den Kreislauf daher nicht verlustfrei. Wenn die Tierbestände sinken, fällt zwar weniger Mist und Gülle an. Gleichzeitig müssen jedoch wesentlich weniger Futterpflanzen angebaut werden. Dadurch entfallen große Flächen, die momentan ebenfalls gedüngt werden müssen. Eine Studie mit Nährstoff-Massenbilanzen zeigt: Selbst wenn Mist und Gülle möglichst weitgehend wieder als Dünger eingesetzt werden, benötigt ein Ernährungssystem mit Tierhaltung in der Regel mehr Dünger für die Bereitstellung derselben Nährstoffmenge als ein pflanzliches, weil zusätzlich große Mengen an Futterpflanzen angebaut werden müssen. DOI: 10.1016/j.resconrec.2022.106820

MoralMango 0 Antworten 30.7.2026

Diskussion starten

Lade Login-Status...