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Eine Studie verglich Ersatzprodukte direkt mit Fleisch
In der randomisierten SWAP-MEAT-Studie aßen 36 Erwachsene jeweils acht Wochen lang mindestens zwei Portionen pflanzlicher Fleischalternativen oder entsprechende Tierprodukte. Während der pflanzlichen Phase lagen LDL-Cholesterin und Körpergewicht niedriger; auch der primäre Marker TMAO war insgesamt niedriger, wobei ein Reihenfolgeeffekt auftrat. Die kleine und kurze Studie beweist keine langfristige Krankheitsprävention, widerspricht aber der Behauptung, hochverarbeiteter Fleischersatz müsse gesundheitlich schlechter als Fleisch sein. DOI: 10.1093/ajcn/nqaa203
Man kann vegan und regional leben
Regionale Landwirtschaft kann Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst und weitere pflanzliche Lebensmittel erzeugen. Wer kurze Lieferketten und ökologische Anbaumethoden unterstützt, muss dafür keine Tierhaltung akzeptieren.
Regional ist keine vollständige Umweltbilanz
Zur Bewertung des Impakts auf die Umwelt sind Transportwege nur ein kleiner Teil der Gesamtbilanz. Kürzere Transportwege ändern nichts an Methan, Futtermittelanbau, Flächenbedarf, Düngung, Ausscheidungen oder die Energieverluste im Körper des Tieres aus. Ein regionales Produkt kann deshalb eine wesentlich höhere Umweltbelastung verursachen als ein weiter transportiertes pflanzliches Lebensmittel.
Veganismus ist keine Klimabewegung
Veganismus ist das ethische Prinzip, dass Menschen ohne die Ausbeutung nicht-menschlicher Tiere leben sollten. Wenn man aus Klima-Gründen vegan ist, ist man an sich erst mal nur pflanzlich. Das Argument versteht also den Grundgedanken des Veganismus nicht, dass die Tiere eben nicht nur für uns existieren und wir sie ausbeuten dürfen.
Nicht nur Veganerinnen und Veganer essen Avocados und Mandeln
Selbst wenn Avocados und Mandeln schlimmer für die Umwelt wären als Fleisch, dann wäre das kein rein veganes Problem.
Avocados und Mandeln sind für vegane Ernährung nicht erforderlich
Veganismus schreibt weder Avocados noch Mandeln vor. Vergleichbare kulinarische oder ernährungsphysiologische Funktionen können je nach Verwendung beispielsweise Hülsenfrüchte, heimische Nüsse und Samen, Rapsöl, Hafer oder anderes Obst und Gemüse übernehmen. Wer bestimmte Anbauweisen ökologisch problematisch findet, kann diese Produkte meiden und trotzdem vollständig vegan leben.
Reale Ernährungsdaten widersprechen dem Argument
Eine Studie mit Ernährungsdaten von 55.504 Menschen verglich vegane, vegetarische und fleischhaltige Ernährungsweisen. Die vegane Gruppe verursachte gegenüber Menschen mit hohem Fleischkonsum im Durchschnitt nur rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen und Landnutzung sowie weniger Wasserverbrauch, Gewässerbelastung und Biodiversitätsschäden. Die tatsächliche Ernährung von Veganerinnen und Veganern wird durch einzelne Avocados oder Mandeln also nicht umweltschädlicher als eine fleischreiche Ernährung. DOI: 10.1038/s43016-023-00795-w
Besonders Rindfleisch verursacht wesentlich größere Klimaschäden
Wiederkäuer verursachen zusätzlich zu den Emissionen aus Futtermittelanbau, Düngung und Landnutzung große Mengen Methan. Umfangreiche Lebenszyklusanalysen ordnen Rind- und Lammfleisch deshalb bei Treibhausgasemissionen und Landbedarf deutlich über pflanzlichen Lebensmitteln ein. Der problematische Wasserbedarf von Avocados und Mandeln verwandelt Rindfleisch nicht in eine klimafreundliche Alternative. DOI: 10.1126/science.aaq0216
Nicht alle veganen Lebensmittel sind hochverarbeitet.
Nicht jedes Lebensmittel, das Tierprodukte ersetzt, ist hochverarbeitet. Naturtofu entsteht im Wesentlichen durch Einweichen, Mahlen und Gerinnen von Sojabohnen; Tempeh durch die Fermentation ganzer Sojabohnen und Seitan durch das Abtrennen der Stärke aus Weizenteig. Schlicht hergestellte Varianten bestehen deshalb häufig nur aus wenigen Zutaten und sind nicht mit stark formulierten Fertigprodukten gleichzusetzen.
Verarbeitung kann auch einen sinnvollen Zweck erfüllen
Verarbeitung kann Lebensmittel haltbarer, sicherer, leichter zuzubereiten oder gezielt nährstoffreicher machen. Pflanzendrinks können beispielsweise mit Kalzium, Vitamin B12 oder Vitamin D angereichert werden. Dass ein Produkt industriell hergestellt wurde, sagt deshalb noch nicht, ob die Verarbeitung gesundheitlich schädlich, neutral oder nützlich war.
Vegane Ernährung benötigt keine Ersatzprodukte
Man ist als Veganerin oder Veganer nicht auf Ersatzprodukte angewiesen.
Nicht nur vegane Produkte können hochverarbeitet sein
Auch viele tierische Vergleichsprodukte sind verarbeitet oder hochverarbeitet und enthalten viel Salz, gesättigte Fettsäuren oder Zusatzstoffe. Komisch ist nur, dass "hochverarbeitet" ein Argument gegen vegane Wurst, Burger oder Käse ist, gegen deren tierische Gegenstücke jedoch nicht, obwohl auch diese hochverarbeitet sind.
Veganer Bacon
Wer zum Beispiel argumentiert, dass veganer Bacon hochverarbeitet sei, ignoriert dabei, dass tierischer Bacon selbst nicht gerade aus Gesundheitsgründen gegessen wird. Dasselbe trifft auch auf andere Tierprodukte zu, deren vegane Alternativen hochverarbeitet sind.
Hochverarbeitet bedeutet nicht automatisch nährstoffarm
Die Kategorie „hochverarbeitet“ beschreibt vor allem Herstellungsverfahren und Zutaten, fasst aber ernährungsphysiologisch sehr unterschiedliche Produkte zusammen. Eine zuckerreiche Limonade, ein angereicherter Pflanzendrink und ein ballaststoffreicher Fleischersatz können dadurch derselben Kategorie zugeordnet werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle "hochverarbeiteten" Produkte gleichermaßen (un)gesund seien. Für die gesundheitliche Bewertung müssen deshalb zusätzlich die konkrete Zusammensetzung, Portionsgröße und gesamte Ernährung betrachtet werden.
Aus heutigen Grenzen müssen zukünftige Alternativen entstehen
Manchmal liegt das Hindernis nicht allein in der Erkrankung, sondern auch an fehlender Ernährungsberatung, ungeeigneter Gemeinschaftsverpflegung oder hohen Preisen beziehungsweise mangelnder Verfügbarkeit allergenarmer Spezialprodukte. Was einer einzelnen Person momentan unmöglich erscheint, könnte durch bessere medizinische Beratung und ein größeres Angebot tierfreier Spezialnahrung lösbar werden. Deshalb sollten solche Versorgungslücken geschlossen werden. Wenn Menschen keine geeignete vegane Spezialnahrung erhalten, sollte das nicht als unveränderliche Abhängigkeit von Tierprodukten hingenommen werden. Forschung und Hersteller können allergenarme Lebensmittel, Sondennahrung, medizinische Trinknahrung und Supplemente tierfrei weiterentwickeln. Das Ziel sollte sein, auch den seltensten Erkrankungen sichere Alternativen anzubieten.
Wo ein Wille ist, lässt sich fast immer ein Weg finden
Die Bereitschaft, verschiedene Lebensmittel auszuprobieren, medizinische Ursachen abzuklären und qualifizierte Beratung anzunehmen, kann viele vermeintlich unüberwindbare Hindernisse lösen. Dieser Satz darf jedoch nicht bedeuten, schwer kranken Menschen mangelnden Willen vorzuwerfen. Ein ernsthafter Versuch eröffnet häufig neue Möglichkeiten, garantiert aber nicht, dass für jede seltene Erkrankung bereits eine vollständig tierfreie Lösung existiert.
Schwierig ist nicht dasselbe wie unmöglich
Eine Allergie, Verdauungsstörung oder chronische Erkrankung kann die Auswahl veganer Lebensmittel einschränken und mehr Planung erforderlich machen. Daraus folgt aber noch nicht, dass überhaupt keine bedarfsdeckende vegane Ernährung möglich ist. Häufig bestehen weitere verträgliche Lebensmittel, angereicherte Produkte oder Supplemente, die zunächst nur gefunden und sinnvoll zusammengestellt werden müssen.
Ein höherer Bedarf erfordert Planung, nicht Tierausbeutung
Der besondere Nährstoffbedarf dieser Gruppen besteht unabhängig von der Ernährungsform. Entscheidend ist aber, dass dieser Bedarf gedeckt wird, nicht, ob die Nährstoffe aus Fleisch, Milch oder Eiern stammen. Pflanzliche Lebensmittel, angereicherte Produkte und passend dosierte Supplemente können dieselben benötigten Stoffe liefern, ohne Tiere als Nährstoffquellen zu benutzen. Auch nicht-vegan lebende Schwangere, Säuglinge, Kinder und ältere Menschen müssen bestimmte Nährstoffe gezielt absichern und erhalten teilweise routinemäßig Supplemente. Eine vegane Ernährung erfordert zusätzliche Maßnahmen, insbesondere bei Vitamin B12, aber der Verzehr von Tierprodukten macht eine sorgfältige Ernährungsplanung nicht überflüssig.
Die DGE schreibt diesen Gruppen keine Tierprodukte vor
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht aufgrund der begrenzten Studienlage für Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und Menschen höheren Alters weder eine eindeutige Empfehlung für noch gegen vegane Ernährung aus. Sie warnt jedoch davor, sie ohne ausreichende Kenntnisse durchzuführen, weil eine unzureichende Nährstoffversorgung in diesen Lebensphasen besonders schwere, teilweise irreversible Folgen haben kann. Diese Vorsicht ist verständlich, stellt aber keine wissenschaftliche Empfehlung zum Verzehr von Tierprodukten dar. Sie bedeutet vielmehr, dass eine vegane Ernährung in diesen Gruppen besonders sorgfältig geplant und fachlich begleitet werden sollte. DOI: 10.4455/eu.2024.22
Eine Tablette wiegt weniger als ein Tierleben
Selbst wenn die regelmäßige Einnahme eines Supplements als kleine Unannehmlichkeit empfunden wird, steht ihr die lebenslange Nutzung und häufig die Tötung eines Tieres gegenüber. Eine bequeme Nährstoffquelle wird nicht dadurch moralisch notwendig, dass die tierfreie Alternative etwas Aufmerksamkeit verlangt. Der geringe Aufwand einer Supplementierung kann keine Tierausbeutung rechtfertigen.
Auch nicht-vegane Ernährung nutzt Anreicherung und Supplementierung
Supplementierung ist keine Besonderheit des Veganismus. Menschen verwenden unter anderem jodiertes Salz, mit Vitaminen angereicherte Lebensmittel, Vitamin-D-Präparate im Winter oder Folsäure für eine Schwangerschaft. Wenn Supplementation also ein Problem wäre, was es nicht ist, wäre es kein rein veganes Problem.
Dem Körper ist egal, woher seine Nährstoffe kommen
Der Körper benötigt bestimmte Moleküle, nicht deren moralisch oder kulturell bevorzugte Verpackung. Vitamin B12 aus einem Supplement erfüllt dieselbe biologische Funktion wie Vitamin B12 aus einem Tierprodukt. Dass die Einnahme sichtbarer und bewusster erfolgt, macht sie weder minderwertig noch unnatürlicher als zahlreiche andere Eingriffe in unsere moderne Lebensmittelversorgung.
Wieso sollten wir die Nährstoffe erst durch ein Tier jagen, wenn wir sie auch direkt einnehmen könnten?
Vitamin B12 wird von bestimmten Mikroorganismen gebildet. Tiere enthalten es, weil es durch mikrobielle Prozesse in ihren Körper gelangt und dort gespeichert wird. Ein B12-Präparat liefert den benötigten Stoff unmittelbar, statt zuerst ein Tier als biologischen Zwischenhändler zu züchten, auszubeuten und zu töten.
Wenn Menschenfleisch die beste Bioverfügbarkeit hätte...
Wenn Menschenfleisch die beste Bioverfügbarkeit hätte, gäbe uns das dann das Recht, Menschen zu züchten, auszubeuten und zu töten? Wenn nicht, wieso sollte Bioverfügbarkeit dann ein Argument sein, andere fühlende Individuen zu züchten, auszubeuten und zu töten?
Geringere Aufnahme macht Tierprodukte nicht notwendig
Wenn von einem pflanzlichen Nährstoff nur ein geringerer Anteil aufgenommen wird, kann dies durch eine höhere Zufuhr, geeignete Lebensmittelkombinationen, Zubereitung, angereicherte Produkte oder Supplemente ausgeglichen werden. Entscheidend ist, dass der Bedarf zuverlässig gedeckt wird. Eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit begründet kein Recht, Tiere auszubeuten, solange tierfreie Lösungen vorhanden sind.
Antinährstoffe können auch gut sein
Die Bezeichnung „Antinährstoff“ ist einseitig. Phytate und Polyphenole können zwar die Mineralstoffaufnahme innerhalb einer Mahlzeit vermindern, besitzen aber auch antioxidative oder andere potenziell gesundheitsfördernde Eigenschaften. Das Ziel sollte daher nicht sein, sämtliche dieser Stoffe aus der Ernährung zu entfernen, sondern kritische Nährstoffe trotz ihrer Wirkung zuverlässig abzudecken.
Vergleichbare Blutwerte bedeuten keine identische Aufnahme
In der deutschen RBVD-Studie wurden jeweils 36 vegan und 36 nichtvegan lebende Erwachsene untersucht. Trotz unterschiedlicher Nährstoffzufuhr unterschieden sich ihre Biomarker für Vitamin B12, Vitamin D und Eisen nicht signifikant; Eisenmangel wurde bei vier veganen und drei nicht-veganen Personen festgestellt. Die vegane Gruppe wies allerdings eine deutlich schlechtere Jodversorgung auf. Die Studie zeigt somit, dass eine vegane Ernährung bei mehreren Nährstoffen zu vergleichbaren Werten führen kann – nicht, dass grundsätzlich alle Nährstoffe gleich gut aufgenommen werden. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0575
Kochen reduziert viele sogenannte Antinährstoffe
Lektine und bestimmte Hemmstoffe pflanzlicher Verdauungsenzyme werden durch ausreichendes Erhitzen weitgehend inaktiviert. Beim Kochen kann außerdem ein Teil der löslichen Oxalate in das Kochwasser übergehen. Eine Studie fand je nach Gemüse eine Verringerung löslicher Oxalate um 30 bis 87 Prozent durch Kochen. Der bloße Nachweis eines Stoffes in einer rohen Pflanze sagt daher noch wenig über seine Wirkung in der tatsächlich verzehrten Mahlzeit aus. PMID: 15826055
Oxalate machen nicht jede pflanzliche Kalziumquelle ungeeignet
Oxalate können Kalzium binden und seine Aufnahme stark vermindern. Deshalb ist Spinat trotz seines Kalziumgehalts keine besonders verlässliche Kalziumquelle. Das lässt sich jedoch nicht auf sämtliches Gemüse übertragen: In einer Vergleichsstudie wurde Kalzium aus oxalatarmem Grünkohl sogar anteilig besser aufgenommen als Kalzium aus Milch. Weitere zuverlässige Quellen sind kalziumreiche Mineralwässer, angereicherte Pflanzendrinks und mit Kalzium hergestellter Tofu. DOI: 10.1093/ajcn/47.4.707; 10.1093/ajcn/51.4.656
Der Körper kann seine Eisenaufnahme teilweise anpassen
Die Behauptung, der Körper passe sich vollständig an eine phytatreiche Ernährung an, wäre übertrieben. Es gibt jedoch Hinweise auf eine teilweise Anpassung. In einer kontrollierten Studie schwächte der regelmäßige Verzehr einer phytatreichen Ernährung nach acht Wochen die hemmende Wirkung auf die Nicht-Hämeisen-Aufnahme bei Frauen mit niedrigen Eisenspeichern ab. Eine weitere Studie beobachtete nach zehn Wochen ebenfalls eine teilweise Anpassung an eine Ernährung mit geringer Eisenverfügbarkeit. DOI: 10.3945/jn.114.209957; PMID: 10617952
Phytate vermindern die Aufnahme von Eisen und Zink
Phytate kommen vor allem in Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Nüssen und Samen vor und können Eisen, Zink und weitere Mineralstoffe binden. Dieser Effekt ist real, aber nicht unveränderlich: Einweichen, Keimen, Fermentieren und die Verwendung von Sauerteig können Phytate abbauen. Vitamin C verbessert zusätzlich die Aufnahme von Nicht-Hämeisen, während Kaffee und Tee besser nicht unmittelbar zu einer besonders eisenreichen Mahlzeit getrunken werden sollten.
Bioverfügbarkeit ist nicht bei jedem pflanzlichen Lebensmittel gleich
Es ist zu pauschal, von einer allgemein schlechten Aufnahme pflanzlicher Nährstoffe zu sprechen. Unterschiedliche Pflanzen enthalten unterschiedliche Mengen an Phytaten, Oxalaten und anderen Stoffen. Auch die chemische Form des Nährstoffs, die Zubereitung und die übrigen Bestandteile der Mahlzeit beeinflussen die Aufnahme. Deshalb muss jedes Lebensmittel und jeder Nährstoff einzeln betrachtet werden.
Wer ist ärmer dran?
Für wen ist es schwieriger: Für Menschen, die sich über ihre Ernährung informieren müssen, was heutzutage leichter denn je ist, oder für das Tier, dass nur für die Zwecke einer anderen Spezies ausgebeutet und getötet wird?
Auch eine nicht-vegane Ernährung schützt nicht automatisch vor Mängeln
Der Verzehr von Tierprodukten garantiert keine ausgewogene Ernährung. Auch nicht-vegane Menschen können beispielsweise zu wenig Vitamin D, Jod, Eisen, Folat oder Ballaststoffe aufnehmen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Bezeichnung der Ernährungsform, sondern ob sie den tatsächlichen Bedarf deckt. Blutuntersuchungen und fachliche Beratung können individuelle Probleme erkennen, bevor aus einem Risiko ein Mangel entsteht. Wenn man gesund leben möchte, muss man sich bei jeder Ernährungsform gut informieren, das ist kein rein veganes Problem.
Selen und Jod müssen gezielt abgesichert werden
Selen und Jod können bei veganer Ernährung kritisch sein, weil ihr Gehalt in pflanzlichen Lebensmitteln stark von den Böden und der Lebensmittelproduktion abhängt. Eine zuverlässige Versorgung ist dennoch ohne Tierprodukte möglich: Jod kann durch jodiertes Salz oder ein passend dosiertes Supplement aufgenommen werden; Selen durch geeignete pflanzliche Lebensmittel oder bei Bedarf ebenfalls durch ein Supplement. Algen und Paranüsse eignen sich wegen ihrer stark schwankenden Gehalte nur bedingt als verlässliche tägliche Quellen. Entscheidend ist eine kontrollierte Dosierung, nicht der Umweg über den Körper eines Tieres.
Omega-3 kommt ursprünglich nicht aus Fischen
Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und Rapsöl liefern die essenzielle Omega‑3-Fettsäure ALA. Die Umwandlung in EPA und DHA ist allerdings begrenzt. Wer diese langkettigen Fettsäuren direkt absichern möchte, kann Mikroalgenöl verwenden, also die ursprüngliche Quelle, über die auch Fische EPA und DHA erhalten. Dafür müssen keine Fische werden.
Auch Eisen und Zink sind pflanzlich verfügbar
Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen liefern sowohl Eisen als auch Zink. Pflanzliches Eisen wird zwar durchschnittlich schlechter aufgenommen als Hämeisen; Vitamin C kann seine Aufnahme jedoch deutlich verbessern. Einweichen, Keimen und Fermentieren können außerdem die Verfügbarkeit von Eisen und Zink erhöhen.
Kalzium und Vitamin D erfordern keine Kuhmilch
Kalzium kann unter anderem durch angereicherte Pflanzendrinks, kalziumreichen Tofu, bestimmte grüne Gemüse, Hülsenfrüchte und kalziumreiches Mineralwasser aufgenommen werden. Bei erhöhtem Bedarf kann es zusätzlich supplementiert werden. Vitamin D wird dagegen überwiegend mithilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Bei unzureichender Sonnenexposition wie etwa im Winter kann unabhängig von der Ernährungsform ein Supplement sinnvoll oder notwendig sein. Weder Kalzium noch Vitamin D begründen daher eine Abhängigkeit von Milchprodukten.
Vitamin B12 muss supplementiert werden
Vitamin B12 wird von Mikroorganismen gebildet, nicht von Tieren. In einer veganen Ernährung ist ein B12-Präparat notwendig. Das ist kein Gegenargument zum Veganismus:, denn ein preiswertes, kontrolliert dosiertes Vitamin ersetzt die Nutzung und Tötung von Tieren, ohne dass auf den Nährstoff verzichtet werden muss.
Pflanzliche Lebensmittel liefern ausreichend Protein
Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Seitan, Sojagranulat, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen sind proteinreiche Lebensmittel. Wer genügend Energie aufnimmt und im Tagesverlauf unterschiedliche Proteinquellen isst, kann damit alle essenziellen Aminosäuren erhalten. Proteine müssen dafür nicht aus Tierkörpern stammen und pflanzliche Quellen müssen auch nicht bei jeder einzelnen Mahlzeit aufwendig miteinander kombiniert werden. Betreibt man Leistungssport, kann man zusätzlich mit pflanzlichem Proteinpulver den erhöhten Bedarf decken.
Eine vegane Ernährung kann den Nährstoffbedarf decken
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kommt in ihrer Neubewertung von 2024 zu dem Ergebnis, dass eine ausgewogene und gut geplante vegane Ernährung für gesunde Erwachsene gesundheitsfördernd sein kann. Dafür müssen Vitamin B12 ergänzt und potenziell kritische Nährstoffe gezielt berücksichtigt werden. Ein erhöhtes Planungsbedürfnis ist nicht dasselbe wie eine zwangsläufige Mangelernährung. DOI: 10.4455/eu.2024.22
Gesetze folgen häufig erst auf gesellschaftlichen Wandel
Politische Institutionen verändern tief verankerte Systeme selten von allein. Öffentlicher Druck entsteht, wenn Menschen bestehende Praktiken kritisieren, ihr eigenes Verhalten verändern und sich gemeinsam organisieren. Wer vollständig auf die Politik wartet, überlässt ihr genau den gesellschaftlichen Wandel, den politische Entscheidungen häufig erst voraussetzen.
Pflanzliche Nahrung kann so gut schmecken
Wer behauptet, pflanzliche Ersatzprodukte schmeckten nicht, hat entweder noch nicht viele davon probiert oder sie zuletzt vor längerer Zeit getestet, bevor sie deutlich weiterentwickelt wurden.
Wenn man es einmal verstanden hat, will man keine Tierprodukte mehr essen
Wenn man einmal anfängt, hinter Tierprodukten Gesichter zu sehen, vergeht einem schnell der Heißhunger darauf.
Geschmacksvorlieben können sich verändern
Geschmack ist keine unveränderliche Eigenschaft. Wenn gewohnte Tierprodukte wegfallen und neue Lebensmittel regelmäßig gegessen werden, können sich Erwartungen und Vorlieben bereits nach einer vergleichsweise kurzen Umgewöhnungsphase verändern. Pflanzliche Produkte, die anfangs ungewohnt erscheinen, können dadurch schnell alltäglich werden und später genauso gut oder sogar besser schmecken als die früheren Alternativen.
Wer hat es schlimmer?
Für wen ist es schwerer; für die Menschen, die gegebenenfalls eine geschmackliche Umstellung durchziehen müssten, oder für die Tiere, die für menschliche Zwecke benutzt und ausgebeutet werden? Die Tiere müssen dabei nicht mal gleichwertig zu Menschen sein, sondern nur mehr wert, als ein 20 minütiger Geschmack.
Warum Veganismus respektiert werden sollte, nicht-vegan-sein jedoch nicht
Wenn Nicht-Veganer Veganismus als eine persönliche Entscheidung behandeln, die es zu respektieren gilt, ob man sich dafür oder dagegen entscheidet, dann klingt das immer wie folgt: "Ich respektiere deine Entscheidung, keine Sklaven zu halten, aber verlange denselben Respekt auch für meine Entscheidung, Sklaven zu haten." An diesem Beispiel mit einer anderen Form der Ausbeutung und anderen Opfern erkennt man die Asymmetrie sofort. Unmoralische Lebensweisen sollten nicht gleichermaßen respektiert werden.
Warum nicht-vegan-sein keine persönliche Entscheidung sein sollte
Rauchen ist ein Beispiel einer weitgehend persönlichen Entscheidung. Es ist eine persönliche Entscheidung, weil nur die rauchende Person die möglichen Kosten des Konsums tragen muss. Ganz anders ist das während einer Schwangerschaft. Schwangere bekommen nicht die persönliche Entscheidung, nach Belieben zu rauchen. Es ist keine persönliche Entscheidung mehr, weil in diesem Fall nicht nur die rauchende Person selbst mögliche Kosten tragen muss. Sobald ein anderes Individuum die Kosten einer Entscheidung tragen muss, ist sie nicht mehr persönlich. Bei Tierprodukten müssen fühlende Lebewesen die Kosten menschlichen Konsums tragen, daher kann es keine persönliche Entscheidung sein.
Das meiste Soja wird für die Tierfütterung verwendet
Mehr als drei Viertel des weltweit verwendeten Sojas gelangen über Tierfutter in die Produktion von Fleisch, Milch, Eiern und Zuchtfisch. Zwar entstehen bei der Verarbeitung gemeinsam Sojaöl und proteinreiches Sojaschrot, weshalb nicht die gesamte Sojanachfrage allein der Tierhaltung zugerechnet werden kann. Das Schrot ist jedoch kein wertloses Abfallprodukt, sondern ein wirtschaftlich bedeutendes Produkt, das fast vollständig als Tierfutter genutzt wird. Die Tierindustrie schafft damit einen enormen Absatzmarkt, während Tofu, Sojamilch, Tempeh und andere direkt verzehrte Sojaprodukte nur einen kleinen Anteil der weltweiten Sojaverwendung ausmachen.
Nicht jedes Sojaprodukt stammt aus dem Regenwald
Soja wird auch in Europa und anderen Regionen außerhalb tropischer Regenwälder angebaut. Viele Hersteller von Tofu, Sojamilch und Fleischalternativen geben die europäische Herkunft ihrer Bohnen ausdrücklich an. Entscheidend sind daher transparente und entwaldungsfreie Lieferketten. Aus problematischem Sojaanbau folgt nicht, dass jede Verwendung von Soja gleichermaßen den Regenwald zerstört.
Menschliche und nichtmenschliche Probleme lassen sich gleichzeitig angehen
Vegan zu sein ist für viele Veganerinnen und Veganer viel leichter, als sie es sich vorgestellt hatten.
Reductio Ad Absurdum
Laut diesem Argument wäre es gut, wenn ein Psychopath ein Tier foltert, solange er dies tun möchte. Denn wenn er es nicht tut wäre das ein menschliches Problem, und diese wären ja zu bevorzugen.
Geht es um das Ökosystem oder um einen weniger qualvollen Tod?
Die beiden häufigsten Rechtfertigungen der Jagd verfolgen unterschiedliche Ziele. Soll das natürliche Ökosystem wiederhergestellt werden, gehört dazu grundsätzlich auch die Beziehung zwischen Beutegreifern und Beutetieren. Soll den Beutetieren dagegen ein qualvoller Tod durch Beutegreifer erspart werden, wird gerade diese natürliche Beziehung abgelehnt. Das Argument wechselt damit zwischen Naturschutz und Leidvermeidung, je nachdem, welche Begründung die Jagd gerade besser rechtfertigt. Wenn das eigentliche Ziel darin besteht, sowohl eine weitere Vergrößerung der Population als auch qualvolle Todesfälle zu verhindern, sollte Fruchtbarkeitskontrolle zumindest ernsthaft geprüft werden. Sie kann in geeigneten, räumlich begrenzten Populationen die Zahl der Geburten und langfristig auch den Bestand senken, ohne bereits lebende Tiere zu erschießen. Sie ist nicht überall einfach anwendbar, zeigt aber, dass die Alternative zur Jagd nicht bloß vollständige Untätigkeit ist.
Tierprodukte sind politisch verbilligt
Die Preise tierischer Produkte entstehen nicht in einem neutralen Wettbewerb. Eine 2024 in Nature Food veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass 82 Prozent der berücksichtigten EU-Agrarsubventionen tierischen Lebensmitteln zugutekamen, 38 Prozent unmittelbar und weitere 44 Prozent über den Anbau von Futtermitteln. Tierprodukte erscheinen daher auch deshalb günstig, weil ihre Produktion über öffentliche Mittel unterstützt wird. Zudem werden in Deutschland Kuhmilch und zahlreiche andere Tierprodukte mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent besteuert, während für Pflanzendrinks 19 Prozent anfallen. Ein Teil des Preisunterschieds wird somit durch politische Regeln erzeugt. Statt daraus ein Argument für Tierprodukte abzuleiten, sollten gleiche oder günstigere steuerliche Bedingungen für tierfreie Alternativen gefordert werden.
Ein Preisunterschied begründet kein Recht auf Tierausbeutung
Selbst wenn eine pflanzliche Alternative etwas mehr kostet, beantwortet das nicht die moralische Frage. Ein niedrigerer Preis verleiht niemandem das Recht, ein empfindungsfähiges Lebewesen zu züchten, zu besitzen, auszubeuten und zu töten. Andernfalls würde die moralische Zulässigkeit einer Handlung davon abhängen, welche ihrer Alternativen gerade im Sonderangebot ist. Die grundlegenden Interessen eines Tieres verlieren nicht an Bedeutung, nur weil ihre Achtung einige Cent mehr kostet.
Grundnahrungsmittel sind billig und vegan
Veganismus erfordert keine teuren Ersatzprodukte. Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln und viele saisonale Gemüsesorten gehören häufig zu den günstigsten Lebensmitteln.
Vegane Alternativen sind nicht grundsätzlich teurer
Die Behauptung eines allgemeinen und erheblichen Preisaufschlags wird durch aktuelle Preisvergleiche nicht bestätigt. In der ProVeg-Preisstudie 2024 war der untersuchte pflanzliche Warenkorb noch durchschnittlich 16 Prozent teurer als der tierische; 2025 war er bereits 5 Prozent günstiger. Die Ergebnisse unterschieden sich außerdem deutlich zwischen einzelnen Händlern und Produkten. Zudem gilt für die meisten Produkte und deren Gegenstücke, dass es sie sowohl billig als auch teuer zu haben gibt, denn Markenname, Tierhaltung und andere Faktoren beeinflussen den Preis erheblich. Aus vereinzelten teuren Ersatzprodukten lässt sich daher nicht ableiten, dass vegane Alternativen grundsätzlich viel mehr kosten.
Moralischer Fortschritt beginnt häufig vor einer Gesetzesänderung
Gesetze ändern sich meistens erst, nachdem Menschen gesellschaftlich akzeptierte Praktiken kritisiert haben. Wer sich lediglich am bestehenden Recht orientiert, könnte kaum erklären, warum eine bislang erlaubte Ungerechtigkeit jemals verboten werden sollte. Vegane Ethik stellt deshalb die moralische Frage, bevor das Recht die Interessen nicht-menschlicher Tiere vollständig anerkennt.
Gesetze spiegeln oft Machtverhältnisse wider
Tiere können nicht sprechen oder wählen, keine politischen Parteien unterstützen und ihre Interessen nicht selbst vor Gericht oder im Parlament vertreten. Gleichzeitig verfügt die Tierindustrie über erhebliche wirtschaftliche und politische Interessen. Dass Tiere gesetzlich nur begrenzt geschützt werden, beweist daher nicht, dass ihre Interessen angemessen berücksichtigt wurden.
Legalität und Moralität sind nicht dasselbe
In der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele unmoralischer Gesetze. Dafür muss man nicht mal ins 20. Jahrhundert schauen: Man muss nur den Fernseher anschalten und stößt sehr schnell auf Debatten über umstrittene Gesetze und legale Handlungen. Ohne jede Bewertung gilt: Egal, ob es um Abtreibung, LGBTQ+ Rechte oder Kriege geht, wir sind umgeben von Uneinigkeiten über verschiedenste Gesetze.
Tierischer Dünger rechtfertigt keine Tierausbeutung
Selbst wenn Mist und Gülle für einen landwirtschaftlichen Betrieb praktisch, günstig oder sogar notwendig wären, folgt daraus nicht, dass Tiere für menschliche Zwecke genutzt und getötet werden dürfen. Wir könnten dann Tiere halten, ohne sie auszubeuten.
Der Nährstoffkreislauf arbeitet immer mit Verlusten
Aus einer bestimmten Menge Dünger entsteht nicht dieselbe Menge Pflanzenmasse, daraus dieselbe Menge Tierprodukt und daraus anschließend wieder dieselbe Menge nutzbarer Dünger. Ein Teil der Nährstoffe verbleibt im Boden, wird in tierischen Körpern oder Lebensmitteln gebunden oder geht durch Auswaschung, Erosion und gasförmige Emissionen verloren. Auch Mist und Gülle werden von den nächsten Pflanzen nicht vollständig aufgenommen. Tierhaltung schließt den Kreislauf daher nicht verlustfrei. Wenn die Tierbestände sinken, fällt zwar weniger Mist und Gülle an. Gleichzeitig müssen jedoch wesentlich weniger Futterpflanzen angebaut werden. Dadurch entfallen große Flächen, die momentan ebenfalls gedüngt werden müssen. Eine Studie mit Nährstoff-Massenbilanzen zeigt: Selbst wenn Mist und Gülle möglichst weitgehend wieder als Dünger eingesetzt werden, benötigt ein Ernährungssystem mit Tierhaltung in der Regel mehr Dünger für die Bereitstellung derselben Nährstoffmenge als ein pflanzliches, weil zusätzlich große Mengen an Futterpflanzen angebaut werden müssen. DOI: 10.1016/j.resconrec.2022.106820
Entscheidend ist der gesamte Flächenbedarf
Weidetiere können zwar Pflanzen verwerten, die Menschen nicht essen können. Trotzdem benötigt Tierhaltung insgesamt sehr große Flächen, sowohl für Weiden als auch für den Futtermittelanbau. Eine stärker pflanzliche Ernährung kann die Menschheit auf erheblich weniger landwirtschaftlicher Fläche versorgen. Einzelne nicht ackerfähige Gebiete widerlegen diesen grundsätzlichen Effizienzvorteil nicht.
Nicht jede Fläche muss Lebensmittel für Menschen produzieren
Eine Fläche ist nicht nutzlos, nur weil dort kein Getreide, Gemüse oder Obst angebaut werden kann. Wälder, Moore, Wiesen und andere natürliche Lebensräume erfüllen wichtige ökologische Funktionen und bieten wildlebenden Tieren ein Zuhause. Mit sinkender Nachfrage nach Tierprodukten könnten nicht mehr benötigte Weideflächen renaturiert werden. Je nach Standort könnten dort Wälder, natürliche Graslandschaften, Moore oder andere Ökosysteme entstehen. Dadurch würden Lebensräume für wildlebende Tiere zurückgewonnen und Flächen nicht länger hauptsächlich für die Haltung weniger domestizierter Tierarten beansprucht.
Verbote sind nicht automatisch autoritär
Nahezu jede Gesellschaft verbietet Handlungen, die anderen erheblichen Schaden zufügen. Mord an Menschen für Konsumzwecke ist gesetzlich verboten. Das nimmt uns die Freiheit, nach Belieben zu morden und jene Menschen dann zu essen. Jedes Gesetz beschränkt jemandes Freiheit, um jemanden zu schützen. In dieser Hinsicht ist das Gesetz "man darf keine Menschen töten und essen" in keiner Weise anders als das potentielle Gesetz "man darf keine Tiere töten und essen". Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine Regel Freiheit einschränkt, sondern wessen Interessen betroffen sind, wie schwer der verursachte Schaden wiegt und ob Verbote möglichst viel Freiheit bewahren und zugleich schützen.
Ähh, wieso kann man nicht zugleich sanftmütig UND stark sein?
Diese beiden Eigenschaften stehen sich nicht gegenüber. Bis gezeigt wird, dass dem doch so ist, bleibt das Argument wertlos.
Wie dieses Argument für Veganer klingt
"Ich verwerte meine Sklaven vollständig, da wird nichts weggeschmissen oder vergeudet. Daher ist es nicht nur gerechtfertigt, sondern auch nachhaltig. Ich verwende sogar den Kot meiner Sklaven, um damit meine Pflanzen zu düngen. Wenn die Arbeitsleistung meiner Sklaven nachlässt, erschieße ich sie und verwerte jeden Teil ihrer Körper: Aus der Haut werden schicke Handyhüllen, aus den Knochen werden Gummibärchen; es bleibt kein Körperteil ungenutzt. Meine Sklaven würden schließlich nicht von mir wollen, dass ich sie nur teilweise verwerte."
Welthunger entsteht nicht nur durch zu wenig Nahrung
Bereits heute hungern Menschen, obwohl weltweit große Mengen an Lebensmitteln produziert werden. Armut, Kriege, schlechte Infrastruktur, Verschwendung und eine ungerechte Verteilung verhindern häufig den Zugang zu Nahrung. Tierhaltung löst diese Probleme nicht automatisch und kann die verfügbare Pflanzenmenge zusätzlich verringern, wenn essbare Ernten als Futtermittel verwendet werden.
Eine vegane Welt würde weniger Anbauflächen benötigen
Für Fleisch, Milch und Eier werden Pflanzen zunächst an Tiere verfüttert, die einen großen Teil der aufgenommenen Energie für ihren Stoffwechsel verbrauchen. Wenn Menschen geeignete Pflanzen direkt essen, können mit derselben Erntemenge mehr Menschen versorgt werden. Eine vegane Landwirtschaft müsste deshalb nicht zusätzlich zu den heutigen Futtermitteln Nahrung für alle Menschen produzieren, ein großer Teil des bisherigen Futtermittelanbaus würde wegfallen.
Anekdoten sind keine starke Evidenz
Oft werden pflanzliche Ernährungsweisen allesamt als vegan zusammengefasst. Wenn also jemand mit der Oreo-und-Bier-Diät krank wird, dann ist Veganismus schuld. Andere Male werden wichtige Details hinzugefügt oder ausgelassen, um die Anekdoten eindrücklicher zu machen. Zudem kann es immer zahlreiche Nebenfaktoren geben, die eine Rolle gespielt haben könnten. Fakt ist: Wenn jemand eine Anekdote erzählt, dann kann man das in den aller meisten Fällen nicht überprüfen oder falsifizieren. Man kann auch Anekdoten hervorheben, die Veganismus als die Lösung für alles darstellen, aber das wären am Ende des Tages immer noch nur Anekdoten. Entscheidend ist, was gute Studien dazu sagen.
Vegane Krankenhausfälle fallen stärker auf als gewöhnliche Krankenhausfälle
Wenn eine vegane Person wegen eines Mangels oder einer Erkrankung ins Krankenhaus kommt, wird ihre Ernährungsweise häufig ausdrücklich erwähnt und bleibt deshalb besonders gut im Gedächtnis. Bei einer mischköstlich lebenden Person wird dieselbe Verbindung viel seltener hergestellt, obwohl auch sie aufgrund einer schlecht zusammengestellten Ernährung erkrankt sein könnte. Hier wirken mehrere Denkfehler zusammen: Der Salienz-Bias macht die ungewöhnliche Eigenschaft Veganismus besonders auffällig, die Verfügbarkeitsheuristik lässt leicht erinnerbare Fälle häufiger erscheinen, und der Bestätigungsfehler sorgt dafür, dass Menschen vor allem Beispiele behalten, die ihre bereits bestehende Skepsis gegenüber Veganismus stützen. Gleichzeitig wird die viel größere Grundgesamtheit nicht-veganer Krankenhauspatienten häufig ignoriert, ein sogenannter Basisratenfehler.
Große Kohortenstudien zeigen keine erhöhte Gesamtsterblichkeit bei Veganerinnen und Veganern
In der Adventist Health Study 2 mit 73.308 Teilnehmenden lag die geschätzte Gesamtsterblichkeit der veganen Gruppe nicht höher, sondern niedriger als die der nicht-vegetarischen Gruppe: HR 0,85; 95-%-Konfidenzintervall 0,73–1,01. Weil das Konfidenzintervall den Wert 1 einschließt, beweist das Ergebnis keinen eindeutigen Überlebensvorteil, es spricht aber klar gegen die Behauptung, vegane Ernährung führe generell zu einer erhöhten Sterblichkeit. DOI: 10.1001/jamainternmed.2013.6473 Eine neuere Auswertung der Adventist Health Study 2 untersuchte 88.400 Menschen über insgesamt 971.424 Personenjahre. Vegane, lacto-ovo-vegetarische und pescetarische Ernährungsweisen waren auch hier mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit verbunden. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, beweist sie nicht, dass Veganismus die Lebensdauer verlängert. Sie liefert aber ebenfalls keinen Hinweis darauf, dass Veganerinnen und Veganer allgemein früher sterben. DOI: 10.1016/j.ajcnut.2024.07.028 Eine britische Untersuchung mit 60.310 Personen, darunter 2.228 Veganer, verglich regelmäßige Fleischesser, seltene Fleischesser, Fischesser und Vegetarier einschließlich Veganer. Die Forschenden fanden insgesamt eine ähnliche Gesamtsterblichkeit zwischen den Ernährungsgruppen. Das bedeutet nicht, dass jede vegane Ernährung gesund ist, widerlegt aber die pauschale Behauptung, der Verzicht auf Tierprodukte erhöhe zwangsläufig das Sterberisiko. DOI: 10.3945/ajcn.115.119461
Wo ein Wille ist, gibt es auch einen Weg
Zahlreiche Gegenbeispiele bestätigen, dass man als Veganer gesund und sogar sehr sportlich sein kann. Wenn es also offensichtlich möglich ist, dann braucht es nur noch einen Willen. Diese Motivation bekommst du, wenn du dich auch nur ein bisschen mit den Argumenten für Veganismus beschäftigst.
Der Unterschied zwischen dem Töten von Kleintieren und sogenannten Nuttieren
Ob wir unser Haus verlassen oder nicht, verändert das Schicksal wildlebender Kleintiere kaum. Die meisten von ihnen werden ohnehin früh durch Fressfeinde, Krankheiten, Hunger oder andere natürliche Gefahren sterben. Aktive Tierausbeutung macht dagegen einen entscheidenden Unterschied: Sogenannte Nutztiere werden gezielt gezüchtet, eingesperrt und getötet, obwohl sie unter menschlichem Schutz weiterleben könnten. Unbeabsichtigte Kleintiertode sind daher nicht mit einem System gleichzusetzen, das die Ausbeutung und Tötung von Tieren bewusst herbeiführt.
Unmoralische Berufe bleiben unmoralisch, selbst wenn jemandes Existenz davon abhängt
Früher haben Sklavenhändler genau so argumentiert. Man könne Sklaverei nicht abschaffen, da sich Sklavenhändler sonst beruflich umorientieren müssten. Wenn das Argument ein Übel mit einem anderen Übel abwägt, sollten wir uns ganz ehrlich fragen: Was ist das größere Übel, dass manche Menschen einen neuen Beruf finden müssen oder dass zahlreiche Tiere ausgebeutet und getötet werden?
Ein realistischer Wandel passiert langsam und stetig
Die Welt wird nicht von einem Tag auf den anderen vegan werden. Wenn die Nachfrage nach Tierprodukten sinkt und die Nachfrage nach veganen Innovationen ständig steigen wird, dann werden sich landwirtschaftliche Betriebe schrittweise umstellen. In jedem gesellschaftlichen Wandel gehen alte Berufe zu Grunde und neue entstehen dadurch. Gerade bei schrittweisen Wandeln ist dies gut machbar.
Es gibt momentan nur so viele Tiere, weil wir sie so viel züchten
Die meisten Tiere in der Industrie sind nicht mal fähig, sich selbst fortzupflanzen, da sie so gezüchtet wurden. Menschen tragen durch künstliche Befruchtung dazu bei, dass es so viele Tiere gibt. Sinkt die Nachfrage nach Tierprodukten, wird es auch immer weniger Incentive geben, so viele Tiere zu züchten.
Reductio Ad Absurdum
Laut derselben Logik dieses Arguments sollten wir auch Kannibalen essen, wenn sie uns sonst essen würden.
Ist dein schlimmster Albtraum wirklich, von einem Huhn gegessen zu werden?
Wir essen Tiere nicht aus Gründen der Selbstverteidigung. Wenn diese Tiere wirklich gefährlich wären, dann sollten wir sie nicht mehr züchten.
Tiere haben eigene Interessen und kein Tier möchte sterben
Wenn Gott gewisse Tiere nur für die Zwecke der Menschen erschuf, warum gab er diesen Tieren dann Gefühle, Interessen und Absichten? Tiere zeigen ganz klar Angst während ihren finalen Minuten im Schlachthaus. Wieso tätigt Gott nicht einen Schalter, der den Tieren diese Angst nehmen würde?
Die Beweislast
Bevor man Gott als moralische Rechtfertigung heranzieht, müsste plausibel gezeigt werden, dass dieser Gott existiert, dass seine Offenbarung authentisch ist und dass seine Gebote korrekt interpretiert werden. Andernfalls könnte jede Person behaupten, ihr Gott erlaube oder verlange bestimmte Handlungen. Ohne überprüfbare Grundlage würde Moral beliebig. Zum Beispiel könnte mit der Göttin Tofunia argumentieren, dass es moralisch gut wäre, nicht Veganer auszubeuten und zu essen. Bevor wir danach handeln können, müsste Tofunias Existenz erst bewiesen werden.
Das Euthyphro-Dilemma
Die religionsphilosophische Kernfrage lautet: Ist etwas gut, weil Gott es für gut erklärt, oder erklärt Gott es für gut, weil es gut ist? Wenn Gott Dinge für gut erklärt, weil sie gut sind, dann existiert ein Maßstab für Gutheit unabhängig von Gott. Gottes Fürgutbefinden wäre dann keine letztgültige Rechtfertigung. Wenn hingegen etwas gut ist, weil Gott es für gut erklärt, dann hängt Moral vollständig von Gottes Willen ab. Dies führt zu einem Problem der Willkürlichkeit: Theoretisch könnte alles gut sein, sofern Gott es so bestimmt. Hinzu kommt ein epistemisches Problem: Wie können wir sicher wissen, was Gott tatsächlich will? Man könnte sich sogar einen Gott vorstellen, dessen Absichten unseren Verstand übersteigen und der moralische Intuitionen manipuliert. Ohne unabhängigen Maßstab bleibt moralische Orientierung instabil.
Möglichkeit eines moralischen Tests
Religiöse Traditionen betonen häufig, dass Gott dem Menschen Freiheit gewährt. Diese Freiheit impliziert Verantwortung. Wenn etwas erlaubt ist, könnte genau darin die Prüfung liegen: Ob der Mensch sich am bloß Erlaubten orientiert oder am moralisch Besten. Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, ob wir etwas dürfen, sondern ob wir es unter heutigen Bedingungen tun sollten.
Konzession wegen harter Herzen
In Matthäus 19,8 sagt Jesus: "Mose hat euch wegen der Härte eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen." Jesus unterscheidet hier ausdrücklich zwischen ursprünglichem Ideal und späterer Konzession. Nicht jede biblische Erlaubnis entspricht dem ursprünglichen Willen Gottes. Auch wenn sich die Stelle konkret auf Scheidung bezieht, formuliert sie ein allgemeines Prinzip: Manche Regelungen sind Zugeständnisse an menschliche Verhältnisse. Daraus folgt, dass eine Erlaubnis nicht automatisch moralische Rechtfertigung bedeutet.
Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist gut
In 1. Korinther 10,23 heißt es: "Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf." Hier wird deutlich zwischen Erlaubnis und moralischer Optimalität unterschieden. Eine göttliche Erlaubnis ist kein göttlicher Befehl. Dass etwas erlaubt ist, bedeutet nicht, dass es moralisch vorzugswürdig ist.
Die Bibel beginnt und endet vegan
In Genesis 1,29–30 heißt es, dass Gott den Menschen alle Pflanzen zur Nahrung gibt. Auch die Tiere erhalten ausschließlich pflanzliche Nahrung. Fleisch wird hier nicht als ursprüngliche Ernährung vorgesehen. Erst nach der Sintflut wird Fleischverzehr erlaubt (Genesis 9,3). Diese Erlaubnis erscheint nicht als Idealzustand, sondern als spätere Erweiterung. Am Ende der biblischen Erzählung finden sich Visionen gewaltfreier Koexistenz: Jesaja 11,6–9 beschreibt, dass Wolf und Lamm zusammen wohnen und der Löwe Stroh frisst wie das Rind. Jesaja 65,25 betont, dass weder Bosheit noch Schaden getan wird. Auch Offenbarung 21,4 spricht von einer Welt ohne Leid und Tod. Symbolisch betrachtet beginnt und endet die biblische Geschichte mit einer gewaltfreien Ordnung. Das wirkt alles so, als ob Tierausbeutung nicht der von Gott gewollte Idealzustand sei.
Rosinenpicken
Befürworter dieses Arguments wählen willkürlich eine Verhaltensweise von Löwen und ignorieren praktischerweise alle anderen Verhaltensweisen, die für Löwen typisch sind. Wieso sollten wir uns Fleischkonsum von Löwen abschauen, aber fast alles andere nicht?
Wenn du doch so ein Löwe bist ...
Wenn du so ein Löwe bist, warum schnüffelst du anderen zur Begrüßung dann nicht am Hintern? Warum trägst du dann noch Kleidung? Du bist kein Löwe. Löwen können nicht einfach in den Supermarkt gehen und vegane Alternativen kaufen, du schon. Dass Löwen nicht vegan sind, gibt dir also keine Ausrede.
Reductio Ad Absurdum
Laut derselben Logik darf man auch Menschenleben vorzeitig beenden. Sie sterben ja sowieso irgendwann.
Allesfresser haben die Wahl
Wenn man die Wahl hat, fühlende Wesen auszubeuten oder eben nicht, dann sollten wir es nicht tun. Wenn ich die Wahl habe, einer alten Oma all ihre Ersparnisse abzuzocken oder nicht, weil ich ein "Alles-tuer" bin, dann gibt mir diese Wahl nicht die Erlaubnis, es zu tun.
Allesfresser zu sein bedeutet nicht, alles essen zu müssen
Nur weil wir Menschenfleisch verdauen könnten, sollten wir das nicht auf einmal auch tun.
Die Nahrungskette ist eine Beschreibung, keine Rechtfertigung
Ein Bericht über einen Serienmörder ist keine Rechtfertigung des Serienmörders. Ebenso ist es keine Rechtfertigung, zu beschreiben, wer wen frisst.
Tierausbeutung ist unnatürlich
Tiere werden künstlich gezüchtet, in Metallkäfigen gehalten, mit Antibiotika vollgepumpt, an Maschinen gehängt und so weiter. Was hat das mit Natur zu tun?
Natürlichkeit ≠ erstrebenswert
Gewalt, Naturkatastrophen, und Tod sind natürlich, aber keines Wegs erstrebenswert. Ebenso sind Dinge wie Kleidung, Justiz, Wohnungen und Technik gut, obwohl sie unnatürlich sind. Ob etwas natürlich ist oder nicht, hat keinen Einfluss darauf, ob wir uns auch so verhalten sollten der nicht.
Schädliche Kulturen
Wenn es in einer anderen Kultur und in jemand anderes Identität schädliche Werte gibt wie zum Beispiel FGM, dann würde das nicht als Begründung genügen.
Kultur wandelt sich ständig und Gerichte lassen sich veganisieren
Selbst der erste Satz im Wikipedia-Beitrag zu Kultur steht: "Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alle Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die auf bestimmten Wertvorstellungen und erlernten Verhaltensweisen beruhen und die sich wiederum in der dauerhaften Erzeugung und Erhaltung von Werten ausdrücken ..." Kultur ist also nicht starr, sondern lebt vom Wandel.
Das Alter einer Tradition sagt nichts über ihre moralische Richtigkeit aus
Wenn eine lange Tradition impliziert, dass eine Handlung gerechtfertigt sei, dann dürfte es keine ungerechtfertigten Handlungen geben, die eine lange Tradition hatten. Doch genau dazu gibt es zahlreihe Gegenbeispiele. Sklaverei, Frauenunterdrückung, Gladiator-Kämpfe, Stierkämpfe, Öffentliche Hinrichtungen, Hexenverbrennungen, Kriminalisierung homosexueller Beziehungen, Prügelstrafen zur Erziehung und so weiter.
Doch, "Nutz-"Tiere sind empfindungsfähig!
Wir können das Leiden der Tiere nicht sehen, wie wir uns selbst im Spiegel sehen können. Aber Tiere verhalten sich bezüglich Leidvermeidung genau so wie wir Menschen. Sie reagieren wie wir auf Schmerzreize mit und ohne Schmerzmittel.
Andere Menschen
Laut derselben Logik dieses Arguments dürften wir auch andere Menschen ausbeuten, da sie ja vielleicht keine Schmerzen spüren.
Wenn wir uns unsicher sind
Wenn wir uns unsicher sind; sollten wir dann nicht von dem Schlimmsten ausgehen und Tiere so behandeln, als ob sie Schmerzen empfinden könnten? Es wäre ein größerer Fehler, empfindungsfähige Tiere auszubeuten, als nicht-empfindungsfähige Tiere nicht auszubeuten.
Nur weil sich manche Menschen tatsächlich in solchen Extremsituationen befinden, rechtfertigt das nicht die große Mehrheit der restlichen Menschen
Nur die aller wenigsten Menschen können wirklich nicht leben ohne Tierprodukte. Das rechtfertigt die sonstigen Menschen jedoch nicht darin, ebenso Tierprodukte zu essen, sondern ganz im Gegenteil sollten wir unseren Mitmenschen helfen, einen veganen Lebensstil zu ermöglichen.
In Extremsituationen sind viele Handlungen ethisch vertretbar, die es im Alltag nicht wären
Selbst Kannibalismus kann in Extremsituationen vertretbar sein, wenn es eine Notwendigkeit wird, um zu überleben. Dennoch bleibt Kannibalismus in Alltagssituationen ungerechtfertigt.
Nur weil eine Handlung besser ist als eine andere, ist sie nicht unbedingt gut und erstrebenswert
Das gilt auch in anderen Disziplinen: Wenn eine Zahl größer als 1 ist, dann heißt das nicht gleich, dass sie auch größer als 100 ist. Eine Tat kann weniger grausam als eine andere sein und dennoch sehr schlimm. Nur weil "Tierausbeutung in Maßen" weniger grausam als unregulierte Tierausbeutung in Massen wäre, wäre es immer noch nicht erstrebenswert oder moralisch akzeptabel.
Wird eine verwerfliche Handlung durch Seltenheit moralisch akzeptabel?
Einem Serienmörder würde man auch nicht erlauben, einmal im Jahr zu morden. Klar, das wäre immer noch besser als wöchentlicher Mord, aber verwerflich bleibt verwerflich und eine unmoralische Tat wird nicht gerechtfertigt, wenn sie seltener wird.
Das Tier lebt auch nur einmal!
Wieso sollten wir davon ausgehen, dass nur das Leben des Menschen moralisch relevant sei?
Genuss kann man auch als Veganer haben!
Es ist leichter denn je, als Veganer richtig geiles Essen zu finden.
Kleiner Genuss rechtfertigt großes Leid nicht.
Die aller meisten Menschen stimmen bereits zu, dass ein kleiner Glücksmoment kein großes Leid rechtfertigen kann. Und wenn du noch denkst, dass Tiere zu Tode gestreichelt werden, dann informiere dich!
Schulden Tiere ihren Züchtern etwas?
Gezüchtete Tiere hatten kein Mitentscheidungsrecht, ob sie gezüchtet werden oder nicht. Wieso sollten wir dann davon ausgehen, dass wir ihnen einen Gefallen getan haben, indem wir ihnen "das Leben schenkten"?
Geschenke kann man nicht einfach so zurückfordern.
Wenn man jemandem etwas schenkt, dann hat man nicht das Recht dazu, dieses Geschenk zurück zu beschlagnamen. Wieso sollten wir Tieren also das Leben nehmen dürfen, wenn wir es ihnen vorher gegeben haben?
Vergleich mit Menschen
Bei Menschen ist das doch auch nicht so, dass Eltern die absolute Vollmacht über ihre Kinder haben beziehungsweise das Jugendamt würde Alarmglocken schlagen, wenn Eltern ihre Kinder so behandeln würden, wie wir Tiere behandeln.
Angebot und Nachfrage
Klar, das Tier lebt nicht auf einmal wieder, wenn man dessen Fleisch nicht kauft. Aber das ist nicht das Problem. Wenn man das Stück Fleisch kauft, dann schafft man damit eine höhere Nachfrage. Und wo eine hohe Nachfrage ist, wird das Angebot nicht einfach so eingestellt. In einem Permazid wie bei unserem Umgang mit Tieren ist die Nachfrage zu senken die beste Weise, das Problem zu enden.
Die Mehrheit lag schon oft im Unrecht
Nicht nur faktisch gesehen war die große Mehrheit der Menschen schon oft falsch, siehe zum Beispiel Geozentrismus, sondern auch moralisch gesehen. Stierkämpfe, Sklaverei und so weiter. Mehrheit ist kein sicherer Indikator für moralische Rechtfertigung.
Menschen sind in der Minderheit, und die Mehrheit möchte leben!
Zum Zeitpunkt dieses Posts gibt es in etwa 8,3 Milliarden Menschen auf unserem Planeten, während es gleichzeitig etwa 30+ Milliarden Landtiere und rund 200+ Milliarden Meeresbewohner zu jedem Zeitpunkt gibt. Die sogenannten "Nutztiere" sind also in der deutlichen Mehrheit, und sie wollen leben.
Doch, ein Veganer mehr macht einen großen Unterschied!
Grob geschätzt kann man sagen, dass für Omnivoren pro Jahr (in Deutschland) etwa 9+ Landtiere geschlachtet werden. Meerestiere sind hier noch nicht mal einbezogen. Als Veganer rettet man allein deswegen schon einen großen Einfluss.
Kollektives Handeln
Wenn jede einzelne Person so denkt, dann wird sich nie etwas ändern. Aber die Geschichte lehrt uns, dass es oft nur eine Handvoll Menschen braucht, die ein etabliertes System infrage stellen, bevor sich ihnen unzählige Menschen anschließen. Sei kein By-Stander, warte nicht erst, bis es leichter ist, vegan zu werden, als nicht vegan zu sein.
Reizreaktion ≠ Bewusstsein
Wir verwenden Ausdrücke wie "Pflanzen reagieren auf Reize" oder "Pflanzen kommunizieren miteinander", aber diese Personifikationen sind bloße Metaphern. Alles messbare im Universum reagiert auf irgendwas, doch das impliziert kein Bewusstsein. Zudem gibt es starke Indizien dafür, dass Bewusstsein komplexe Informationsverarbeitung durch ein Nervensystem voraussetzt, und genau das haben Pflanzen nicht.
Feed-Conversion-Ratio
Wenn Pflanzen leiden würden: Würde Tierhaltung dann nicht trotzdem mehr Leid verursachen, weil Tiere große Mengen Pflanzen fressen müssen?