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MoralMango
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Fremde Mitmenschen muss man nicht lieben, um sie nicht zu essen
Wir müssen Tiere nicht lieben, um sie einfach in Ruhe zu lassen. Es braucht nur etwas grundlegenden Respekt. Wenn ich meine Mitmenschen nicht liebe, folgt daraus nicht, dass ich sie schlagen, ausbeuten und essen wollen würde. Ebenso muss man Tiere nicht menschlichen Tieren gleichstellen, um sie nicht auszubeuten. Man muss nur verstehen, dass ihr Leben mehr Wert hat als eine 20 Minütige Mahlzeit oder eine Lederjacke.
Verstehen ohne Zustimmung ist möglich
Veganerinnen und Veganer können die Gründe sehen, die dazu führen, dass Menschen Tiere ausbeuten oder sogar in der Tierindustrie arbeiten, ohne diese Gründe dabei überzeugend zu finden. Emotionen und finanzielle Abhängigkeit können starke Treiber unseres Verhaltens sein und Veganerinnen und Veganer können dies verstehen, ohne diese Treiber dabei als gute Gründe anzusehen. Demnach kann man durchaus verstehen, warum Bauern in der Tierindustrie arbeiten, ohne es als gerechtfertigt anzusehen.
Wer ist ärmer dran?
Für wen ist es schwieriger: Für Menschen, die sich über ihre Ernährung informieren müssen, was heutzutage leichter denn je ist, oder für das Tier, dass nur für die Zwecke einer anderen Spezies ausgebeutet und getötet wird?
Auch eine nicht-vegane Ernährung schützt nicht automatisch vor Mängeln
Der Verzehr von Tierprodukten garantiert keine ausgewogene Ernährung. Auch nicht-vegane Menschen können beispielsweise zu wenig Vitamin D, Jod, Eisen, Folat oder Ballaststoffe aufnehmen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Bezeichnung der Ernährungsform, sondern ob sie den tatsächlichen Bedarf deckt. Blutuntersuchungen und fachliche Beratung können individuelle Probleme erkennen, bevor aus einem Risiko ein Mangel entsteht. Wenn man gesund leben möchte, muss man sich bei jeder Ernährungsform gut informieren, das ist kein rein veganes Problem.
Selen und Jod müssen gezielt abgesichert werden
Selen und Jod können bei veganer Ernährung kritisch sein, weil ihr Gehalt in pflanzlichen Lebensmitteln stark von den Böden und der Lebensmittelproduktion abhängt. Eine zuverlässige Versorgung ist dennoch ohne Tierprodukte möglich: Jod kann durch jodiertes Salz oder ein passend dosiertes Supplement aufgenommen werden; Selen durch geeignete pflanzliche Lebensmittel oder bei Bedarf ebenfalls durch ein Supplement. Algen und Paranüsse eignen sich wegen ihrer stark schwankenden Gehalte nur bedingt als verlässliche tägliche Quellen. Entscheidend ist eine kontrollierte Dosierung, nicht der Umweg über den Körper eines Tieres.
Omega-3 kommt ursprünglich nicht aus Fischen
Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und Rapsöl liefern die essenzielle Omega‑3-Fettsäure ALA. Die Umwandlung in EPA und DHA ist allerdings begrenzt. Wer diese langkettigen Fettsäuren direkt absichern möchte, kann Mikroalgenöl verwenden, also die ursprüngliche Quelle, über die auch Fische EPA und DHA erhalten. Dafür müssen keine Fische werden.
Auch Eisen und Zink sind pflanzlich verfügbar
Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen liefern sowohl Eisen als auch Zink. Pflanzliches Eisen wird zwar durchschnittlich schlechter aufgenommen als Hämeisen; Vitamin C kann seine Aufnahme jedoch deutlich verbessern. Einweichen, Keimen und Fermentieren können außerdem die Verfügbarkeit von Eisen und Zink erhöhen.
Kalzium und Vitamin D erfordern keine Kuhmilch
Kalzium kann unter anderem durch angereicherte Pflanzendrinks, kalziumreichen Tofu, bestimmte grüne Gemüse, Hülsenfrüchte und kalziumreiches Mineralwasser aufgenommen werden. Bei erhöhtem Bedarf kann es zusätzlich supplementiert werden. Vitamin D wird dagegen überwiegend mithilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Bei unzureichender Sonnenexposition wie etwa im Winter kann unabhängig von der Ernährungsform ein Supplement sinnvoll oder notwendig sein. Weder Kalzium noch Vitamin D begründen daher eine Abhängigkeit von Milchprodukten.
Vitamin B12 muss supplementiert werden
Vitamin B12 wird von Mikroorganismen gebildet, nicht von Tieren. In einer veganen Ernährung ist ein B12-Präparat notwendig. Das ist kein Gegenargument zum Veganismus:, denn ein preiswertes, kontrolliert dosiertes Vitamin ersetzt die Nutzung und Tötung von Tieren, ohne dass auf den Nährstoff verzichtet werden muss.
Pflanzliche Lebensmittel liefern ausreichend Protein
Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Seitan, Sojagranulat, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen sind proteinreiche Lebensmittel. Wer genügend Energie aufnimmt und im Tagesverlauf unterschiedliche Proteinquellen isst, kann damit alle essenziellen Aminosäuren erhalten. Proteine müssen dafür nicht aus Tierkörpern stammen und pflanzliche Quellen müssen auch nicht bei jeder einzelnen Mahlzeit aufwendig miteinander kombiniert werden. Betreibt man Leistungssport, kann man zusätzlich mit pflanzlichem Proteinpulver den erhöhten Bedarf decken.
Eine vegane Ernährung kann den Nährstoffbedarf decken
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kommt in ihrer Neubewertung von 2024 zu dem Ergebnis, dass eine ausgewogene und gut geplante vegane Ernährung für gesunde Erwachsene gesundheitsfördernd sein kann. Dafür müssen Vitamin B12 ergänzt und potenziell kritische Nährstoffe gezielt berücksichtigt werden. Ein erhöhtes Planungsbedürfnis ist nicht dasselbe wie eine zwangsläufige Mangelernährung. DOI: 10.4455/eu.2024.22
Tierischer Dünger rechtfertigt keine Tierausbeutung
Selbst wenn Mist und Gülle für einen landwirtschaftlichen Betrieb praktisch, günstig oder sogar notwendig wären, folgt daraus nicht, dass Tiere für menschliche Zwecke genutzt und getötet werden dürfen. Wir könnten dann Tiere halten, ohne sie auszubeuten.
Der Nährstoffkreislauf arbeitet immer mit Verlusten
Aus einer bestimmten Menge Dünger entsteht nicht dieselbe Menge Pflanzenmasse, daraus dieselbe Menge Tierprodukt und daraus anschließend wieder dieselbe Menge nutzbarer Dünger. Ein Teil der Nährstoffe verbleibt im Boden, wird in tierischen Körpern oder Lebensmitteln gebunden oder geht durch Auswaschung, Erosion und gasförmige Emissionen verloren. Auch Mist und Gülle werden von den nächsten Pflanzen nicht vollständig aufgenommen. Tierhaltung schließt den Kreislauf daher nicht verlustfrei. Wenn die Tierbestände sinken, fällt zwar weniger Mist und Gülle an. Gleichzeitig müssen jedoch wesentlich weniger Futterpflanzen angebaut werden. Dadurch entfallen große Flächen, die momentan ebenfalls gedüngt werden müssen. Eine Studie mit Nährstoff-Massenbilanzen zeigt: Selbst wenn Mist und Gülle möglichst weitgehend wieder als Dünger eingesetzt werden, benötigt ein Ernährungssystem mit Tierhaltung in der Regel mehr Dünger für die Bereitstellung derselben Nährstoffmenge als ein pflanzliches, weil zusätzlich große Mengen an Futterpflanzen angebaut werden müssen. DOI: 10.1016/j.resconrec.2022.106820
Anekdoten sind keine starke Evidenz
Oft werden pflanzliche Ernährungsweisen allesamt als vegan zusammengefasst. Wenn also jemand mit der Oreo-und-Bier-Diät krank wird, dann ist Veganismus schuld. Andere Male werden wichtige Details hinzugefügt oder ausgelassen, um die Anekdoten eindrücklicher zu machen. Zudem kann es immer zahlreiche Nebenfaktoren geben, die eine Rolle gespielt haben könnten. Fakt ist: Wenn jemand eine Anekdote erzählt, dann kann man das in den aller meisten Fällen nicht überprüfen oder falsifizieren. Man kann auch Anekdoten hervorheben, die Veganismus als die Lösung für alles darstellen, aber das wären am Ende des Tages immer noch nur Anekdoten. Entscheidend ist, was gute Studien dazu sagen.
Vegane Krankenhausfälle fallen stärker auf als gewöhnliche Krankenhausfälle
Wenn eine vegane Person wegen eines Mangels oder einer Erkrankung ins Krankenhaus kommt, wird ihre Ernährungsweise häufig ausdrücklich erwähnt und bleibt deshalb besonders gut im Gedächtnis. Bei einer mischköstlich lebenden Person wird dieselbe Verbindung viel seltener hergestellt, obwohl auch sie aufgrund einer schlecht zusammengestellten Ernährung erkrankt sein könnte. Hier wirken mehrere Denkfehler zusammen: Der Salienz-Bias macht die ungewöhnliche Eigenschaft Veganismus besonders auffällig, die Verfügbarkeitsheuristik lässt leicht erinnerbare Fälle häufiger erscheinen, und der Bestätigungsfehler sorgt dafür, dass Menschen vor allem Beispiele behalten, die ihre bereits bestehende Skepsis gegenüber Veganismus stützen. Gleichzeitig wird die viel größere Grundgesamtheit nicht-veganer Krankenhauspatienten häufig ignoriert, ein sogenannter Basisratenfehler.
Große Kohortenstudien zeigen keine erhöhte Gesamtsterblichkeit bei Veganerinnen und Veganern
In der Adventist Health Study 2 mit 73.308 Teilnehmenden lag die geschätzte Gesamtsterblichkeit der veganen Gruppe nicht höher, sondern niedriger als die der nicht-vegetarischen Gruppe: HR 0,85; 95-%-Konfidenzintervall 0,73–1,01. Weil das Konfidenzintervall den Wert 1 einschließt, beweist das Ergebnis keinen eindeutigen Überlebensvorteil, es spricht aber klar gegen die Behauptung, vegane Ernährung führe generell zu einer erhöhten Sterblichkeit. DOI: 10.1001/jamainternmed.2013.6473 Eine neuere Auswertung der Adventist Health Study 2 untersuchte 88.400 Menschen über insgesamt 971.424 Personenjahre. Vegane, lacto-ovo-vegetarische und pescetarische Ernährungsweisen waren auch hier mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit verbunden. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, beweist sie nicht, dass Veganismus die Lebensdauer verlängert. Sie liefert aber ebenfalls keinen Hinweis darauf, dass Veganerinnen und Veganer allgemein früher sterben. DOI: 10.1016/j.ajcnut.2024.07.028 Eine britische Untersuchung mit 60.310 Personen, darunter 2.228 Veganer, verglich regelmäßige Fleischesser, seltene Fleischesser, Fischesser und Vegetarier einschließlich Veganer. Die Forschenden fanden insgesamt eine ähnliche Gesamtsterblichkeit zwischen den Ernährungsgruppen. Das bedeutet nicht, dass jede vegane Ernährung gesund ist, widerlegt aber die pauschale Behauptung, der Verzicht auf Tierprodukte erhöhe zwangsläufig das Sterberisiko. DOI: 10.3945/ajcn.115.119461
Rosinenpicken
Befürworter dieses Arguments wählen willkürlich eine Verhaltensweise von Löwen und ignorieren praktischerweise alle anderen Verhaltensweisen, die für Löwen typisch sind. Wieso sollten wir uns Fleischkonsum von Löwen abschauen, aber fast alles andere nicht?
Wenn du doch so ein Löwe bist ...
Wenn du so ein Löwe bist, warum schnüffelst du anderen zur Begrüßung dann nicht am Hintern? Warum trägst du dann noch Kleidung? Du bist kein Löwe. Löwen können nicht einfach in den Supermarkt gehen und vegane Alternativen kaufen, du schon. Dass Löwen nicht vegan sind, gibt dir also keine Ausrede.
Reizreaktion ≠ Bewusstsein
Wir verwenden Ausdrücke wie "Pflanzen reagieren auf Reize" oder "Pflanzen kommunizieren miteinander", aber diese Personifikationen sind bloße Metaphern. Alles messbare im Universum reagiert auf irgendwas, doch das impliziert kein Bewusstsein. Zudem gibt es starke Indizien dafür, dass Bewusstsein komplexe Informationsverarbeitung durch ein Nervensystem voraussetzt, und genau das haben Pflanzen nicht.
Feed-Conversion-Ratio
Wenn Pflanzen leiden würden: Würde Tierhaltung dann nicht trotzdem mehr Leid verursachen, weil Tiere große Mengen Pflanzen fressen müssen?